Sogar die allumfassende Staatsgewalt
hat allein vor dem Rechte
zu ruhen.

CICERO






Bekanntlich hat die Schweiz einen hohen Ausländeranteil. Dies sind Arbeitsmigranten, nachgezogene Familienangehörige von Schweizer und Schweizerinnen, Asylsuchende, in der Schweiz geborene Secondos, Studenten, sowie in der Schweiz dringend benötigte hochqualifizierte Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Abhängig davon, aus welchem Land diese Personen stammen, haben sie in der Schweiz in Bezug auf das Verbleiberecht unterschiedliche Rechtsstellungen.

EU-/Nicht-EU-Bürger


Die zentrale Unterscheidung im Schweizerischen Ausländerrecht ist jene zwischen den Ausländern, welche aus einem Land stammen, mit welchem die Schweiz das Freizügigkeitsabkommen (FZA) unterzeichnet hat und jenen Ausländern, welche aus einem "Drittstaat" stammen. Während für EU/EFTA-Angehörige zum Teil sehr vorteilhafte Regeln bestehen, ist es für Angehörige aus Drittstaaten nur sehr schwer auf legalem Weg in die Schweiz einzureisen oder gar zu verbleiben.








Arbeitsbewilligung


Die Schweiz ist aufgrund der tiefen Arbeitslosenquote ein sehr attraktiver Standort um zu arbeiten. Für EU-/EFTA-Angehörige gilt das FZA. Sofern jemand einen Arbeitsvertrag mit einem Arbeitgeber in der Schweiz abschliesst, hat er das Recht in der Schweiz eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten um hier zu wohnen und zu arbeiten. Er kann sich unter gewissen Voraussetzungen auch als Selbständiger niederlassen oder als Student in der Schweiz studieren. Zudem kann er sich während drei Monaten ohne Bewilligung in der Schweiz aufhalten um eine Beschäftigung zu suchen.
Kommt die stellensuchende Person hingegen aus einem Drittstaat ist das Ausländergesetz (AuG) anwendbar, damit sind die Voraussetzungen für eine Arbeitsbewilligung und Aufenthaltsbewilligung viel höher, da nur hochqualifizierte Arbeitskräfte zugelassen werden. Die juristische Differenzierung ist in diesen Fällen oft sehr schwierig und der Ermessenspielraum der Behörden gross.

Familiennachzug


Da bereits die Bundesverfassung die Familie schützt, besteht unter Umständen ein Anspruch darauf, dass man als Familie zusammen leben kann, auch wenn sich einige Familienangehörige vorerst im Ausland befinden. Auch hier sind die EU-/EFTA-Angehörigen besser gestellt als Drittstaatsangehörige. Kurioserweise sind sie es zum Teil auch gegenüber Schweizern und Schweizerinnen!

Asylrecht


In sehr vielen Regionen der Welt herrschen auch heute Kriegszustände und es werden Leute bedroht und verfolgt. Personen die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, gelten als Flüchtlinge und es wird ihnen deshalb Asyl gewährt. Trotz der humanitären Tradition der Schweiz sind die Bedingungen im Asylgesetz (AsylG) ständig verschärft worden, was oft zu Rechtsunsicherheit führt und die Verfahren verzögert.