Liebe ist etwas Ideelles,
Heiraten etwas Reelles;
nie verwechselt man ungestraft
das Ideelle mit dem Reellen.

J. WOLFGANG VON GOETHE






Die Familie als kleinste Einheit des gesellschaftlichen Zusammenlebens geniesst im Schweizerischen Recht eine besondere Stellung und einen besonderen Schutz.

Trennung


Trotz aller Hoffnungen und Wünsche, die mit der Heirat verbunden sind, kommt es in sehr vielen Ehen zur Zerrüttung und Trennung. In der Regel sind diese Trennungssituationen mit grosser seelischer Belastung verbunden und es stellen sich komplexe juristische und finanzielle Probleme. Im Rahmen des Eheschutzes werden diese Fragen von den Gerichten provisorisch oder definitiv geregelt. In den Fällen einer gütlichen Einigung können die Ehegatten sich auch aussergerichtlich über die Fortführung der Ehe trotz Trennung und über die Regelung des Getrenntlebens verständigen.








Scheidung


Durch die Scheidung wird das juristische Band der Ehe durchschnitten und somit enden auch die Folgen der ehelichen Gemeinschaft. Eine Scheidung muss keineswegs in einem Rosenkrieg enden. Häufig einigen sich die Parteien mittels Konvention auf eine Scheidung auf gemeinsames Begehren oder mittels Teileinigung auf eine Scheidung, bei welcher sie die Regelung einzelner Punkte der Scheidungsnebenfolgen (Unterhalt, Kinderbelange, usw.) dem Gericht überlassen. In den Fällen, in welchen keine Scheidungskonvention erreicht werden kann, oder wenn eine Partei die Scheidung verweigert, ist es dem scheidungswilligen Ehepartner möglich, nach Ablauf einer 2-jährigen Trennungsfrist die Scheidung gegen den Willen des anderen Ehegatten zu verlangen.

Kinder


Im Rahmen der Trennung und Scheidung müssen auch die Belange der Kinder (Sorgerecht, Unterhalt, Besuchsrecht usw.) geregelt werden. Da die Kinder in der Regel das schwächste Glied der Familie sind und somit einen besonderen Schutz brauchen, werden diese Punkte von den Behörden (Gericht und Vormundschaftsbehörde) von Amtes wegen festgelegt. Bei der Regelung der Kinderbelange steht immer das Kindswohl im Vordergrund.

Alimente


Einen der häufigsten Diskussions- und Streitpunkte bildet der Unterhalt für den Ehepartner sowie für die Kinder. Schon während der Ehe sind die Ehegatten einander finanziellen Beistand schuldig. Im Eheschutzverfahren kann der Richter einen solchen Unterhalt gerichtlich festlegen. Ebenso wird der Unterhalt während der Dauer der Trennung oder als nachehelicher Unterhalt für die Zeit nach der Scheidung festgelegt. Hierbei berücksichtigt der Richter das Einkommen der Ehegatten, ihr Existenzminimum und den allenfalls daraus resultierenden Überschuss.