Eine kleine Schuld macht dir
einen Menschen zum Schuldner,
eine grosse
zum Feind.

SENECA





Recht zu haben heisst nicht immer, Recht zu bekommen. Oder, anders ausgedrückt, Recht zu haben heisst nicht immer, Recht durchsetzen zu können. Nicht jede rechtliche Verpflichtung kann erzwungen werden. Die Verpflichtung zur Leistung einer Geldsumme jedoch ist immer rechtlich erzwingbar. "Geld muss man haben" – das ist das Prinzip im Schweizer Recht, das sicherstellt, dass keiner einer Verpflichtung zur Rückzahlung einer entstandenen Schuld entkommen kann, weil er momentan in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Andererseits, falls die Geldforderung aus irgendeinem Grund (so) nicht besteht, soll das Recht dem Schuldner die Möglichkeit geben, sich gegen die ungerechtfertigten Forderungen zu wehren. Das gewährleistet das schweizerische Schuldbetreibungs- und Konkursrecht.









Zahlungsbefehl

und Rechtsvorschlag


In der Schweiz kann jeder betrieben werden, auch ohne Nachweis der bestehenden Schuld. Wenn der Betriebene die Forderung nicht anerkennen will, wird er gegen diese Rechtsvorschlag erheben. Der Rechtsvorschlag kann aus verschieden Gründen geltend gemacht werden: Weil die Forderung zu hoch angesetzt ist, nicht fällig, verrechnet, gestundet oder bezahlt ist. Aber auch ohne Grund, um Zeit zu gewinnen. Falls die Forderung nicht gerechtfertigt ist, verursacht der Rechtsvorschlag für den Betriebenen keine Kosten, sondern nur für den Gläubiger. Und umgekehrt: Der zu Unrecht erhobene Rechtsvorschlag kann beträchtliche Kostenfolgen für den Betriebenen haben, die sich aus den Gerichtskosten, sowie Parteikosten (diese sind meistens vom Streitwert abhängig) zusammensetzen. Hinzu kommt natürlich die anfangs geschuldete Summe.

Beseitigung des Rechtsvorschlags


Der Rechtsvorschlag kann auf drei verschiedene Arten vom Gläubiger beseitigt werden. Dafür muss ein langwieriges Gerichtverfahren eingeleitet und ein Schlichtungsgesuch oder eine Klage eingereicht werden. Allerdings kann sogar das Gericht nicht sicherstellen, dass die geschuldete Forderung und die Betreibungskosten bezahlt werden, da der Gläubiger immer das Risiko der Insolvenz des Schuldners in Kauf nehmen muss.

Pfändung/Konkurs


Die Betreibung auf Pfändung ist neben der Betreibung auf Konkurs die gebräuchlichste Art jemanden zu betreiben. In der Regel werden natürliche Personen auf Pfändung betrieben. D.h. es findet nach der erfolgreichen Beseitigung des Rechtsvorschlags (sofern einer erfolgt) und der Stellung des Fortsetzungsbegehrens die Pfändung und die Verwertung (Versteigerung) statt. Juristische Personen werden hingegen normalerweise auf Konkurs betrieben, was im Extremfall zur Liquidation der betriebenen Gesellschaft führt.