Strenge und Milde
verlieren ihren Wert,
sobald die eine ohne die andere
angewendet wird.

GREGOR DER GROSSE







Das klassische Bild eines Anwalts im Bereich des Strafrechts ist der Strafverteidiger. Daneben sind Anwälte im Strafrecht aber auch als Opfervertreter, Vertreter von Privatklägern und beratend tätig.

Anwalt als Verteidiger


Jede Person, der eine Übertretung, ein Vergehen oder ein Verbrechen vorgeworfen wird, hat das Recht einen Verteidiger ihrer Wahl beizuziehen. In schwerwiegenden Fällen ist es sogar obligatorisch, einen notwendigen Verteidiger zu ernennen. Auch Angeschuldigte, die nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, haben Anspruch auf einen Strafverteidiger. In solchen Fällen setzt die Verfahrensleitung (Staatsanwaltschaft, Zwangsmassnahmengericht oder Strafgericht) einen amtlichen Verteidiger ein.








Anwalt als Opfervertreter


Nicht selten kommt es vor, dass das Opfer in einem Strafverfahren einen Rechtsbeistand braucht, um seine Forderungen nach Schadenersatz und Genugtuung durchzusetzen. Die entsprechenden Voraussetzungen und Bestimmungen finden sich im Opferhilfegesetz (OHG) sowie in der Strafprozessordnung (StPO).

Anwalt als Vertreter der Privatkläger


Eine geschädigte Person kann sich an einem strafrechtlichen Verfahren als Straf- und/ oder Zivilklägerin beteiligen. Unter anderem kann sie als Privatklägerin ihre zivilrechtlichen Ansprüche im Strafprozess geltend machen. Auch in solchen Fällen ist es ratsam, sich professionelle Hilfe zu holen oder mindestens die Angelegenheit vorgängig mit einem Anwalt zu besprechen.